Metadaten haben wachsende Bedeutung in Gerichtsprozessen in Amerika

Laut einem Artikel der Connecticut Law Tribune (www. ctlawtribune.com) nimmt die Bedeutung von Metadaten/Metainformationen unter rechtlichen Gesichtspunkten immer weiter zu. Laut amerikanischen Anwälten wird im Prozess immer häufiger die Übergabe der Metadaten – die digitale DNA von Dokumenten – gefordert. Durch Metadaten kann aufgezeigt werden, wer das Dokument erstellt hat, wann es erstellt worden ist und wer es wann verändert hat.

Kürzlich hat ein Bundesrichter in New York angeordnet, dass die Unternehmen in der Lage sein sollten Metadaten während eines Gerichtsverfahrens zu erstellen und die Aufbewahrung mit den zugehörigen Dokumenten und E-Mails sicherzustellen. Gerade dann, wenn die Forderung nach Metadaten sehr früh im Prozess gestellt wird.

Auf der anderen Seite entstand bei einer Sammelklage im Fall „Aguilar v. U.S. Immigration an Customs Enforcement Div.“, hier wurde wegen einer rechtswidrigen Suche und Verhaftung von Einwanderern geklagt, einer regelrechter Streit wegen der Herausgabe von Metadaten.

Grundsätzlich sei, laut Wayne Matus, eine Tendenz zu erkennen, die auch in dem oben genannten Beispielen sichtbar wurde, dass Metadaten durchaus zur Verfügung gestellt werden müssen, wenn der Kläger diese rechtzeitig zu Beginn des Prozesses anfragt.

Auch andere Experten stimmen mit dieser Meinung überein. Es ist ein Trend sichtbar, dass Prozessgegner immer häufiger Metadaten einfordern, wenn der Prozess noch am Anfang steht.

Einige Kanzleien sind jedoch der Meinung, dass Metadaten unter bestimmten Umständen kritisch zu betrachten sind. Sie lehnen Anträge zur Herausgabe von Metadaten grundsätzlich ab mit der Begründung, dass es sich um allzu Umfassende und lästige Nachfragen handelt, und Metadaten in manchen Fällen absolut irrelevant sind. Teilweise handele es sich schon richtige „Sammel-Feldzüge“ von Klägern.

Auch viele Gerichte in den USA haben diese Entwicklung erkannt. In einem Produkthaftungsfall in Florida im Jahr 2007, in den die Drug Seroquel“ verwickelt war, hat ein Bundesgericht entschieden in einer überregionalen Aktion die Metadaten bei 6.500 Klägern einzusammeln, die behaupteten dass ein Psychopharmaka verschiedene Krankheiten hervorgerufen hat.

Auf der anderen Seit hat ein Berufungsgericht in Arizona im letzten Monat festgelegt, dass Metadaten keine öffentlichen Daten sind und sich geweigert den Antrag eines Polizisten anzunehmen, der Metadaten zu einem Schriftstück „Dokumentation eines Überwachungseinsatzes“ angefordert hatte, da der Verdacht bestand, dass dieses Schriftstück nachträglich verändert worden sein könnte.

Im Fall „Lake v. City of Phoenix“ hat ein Polizist behauptet, dass er sich für einen Fehltritt rechtfertigen musste, der veröffentlicht wurde. Er argumentierte damit, dass die Metadaten, die sein Vorgesetzter hat, ihm dabei helfen könnten. Die Stadt sagte, dass Metadaten nicht öffentlich sind das Gericht stimmte der Stadt zu.

Einige sehen aber auch den Wert in Metadaten als digitale Beweismittel. Grundsätzlich ist man der Meinung, dass im richtigen Fall unter den richtigen Umständen die Metadaten von den Anwälten verlangt und von der Gegenseite herausgeben werden sollten. Die Unternehmen sollten sich bewusst sein, dass Metadaten durchaus relevant für Gerichtsverfahren sind und diese daher auch ordentlich aufbewahren.

Zur Geschichte der Metadaten und ihren Unterscheidungsmerkmalen im Vergleich zu normalen Daten: Wikipedia.


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